BEHIND THE MUSIC: Listenrecords

© LISTENRECORDS / LISTENAGENCY

Mit Listenrecords möchten wir euch weiteren Kulturschaffenden in unserer Reihe „BEHIND THE MUSIC“ vorstellen.

Das Label aus Berlin arbeitet u.a. mit Bands wie CATT und A Tale Of Golden Keys zusammen, die ihr ja auch regelmäßig in unserem Programm hören könnt.

Mit der Reihe „BEHIND THE MUSIC“ möchten wir gerne helfen die Musiklandschaft in diesen (besonders für die Kultur) schweren und komischen Zeiten zu supporten.


Stellt euch und euer Label bitte einmal vor. 
Wir sind ein kleines Independent Label aus Berlin und arbeiten vor allem mit neuen, aufstrebenden Künstler*innen. Im Zentrum unserer Arbeit steht ein ganzheitlicher und langfristiger Aufbau der Künstler*innen. 


Wieviel Leute arbeiten für das Label?
Aktuell sind wir zu dritt. 


Was war damals der Grund warum Listenrecords gegründet wurde? 
Gegründet wurde Listenrecords 2012 als Trickser Tonträger aus der Band Yesterday Shop heraus. Die Labelsuche der Band war nervig und erfolglos und so wurde kurzerhand ein eigenes Label gegründet. Nach und nach kamen dann befreundete Künstler*innen dazu und später haben wir uns dann gemeinsam mit einer Booking Agentur zum Listencollective zusammengetan und das Label in Listenrecords umbenannt. 


Wie würdest du den Charakter / Style eures Labels beschreiben? 
Wir sind die freundlichen und ehrgeizigen Nachbar*innen, bei denen gerne mal länger Licht brennt, aber auch viel gelacht wird.


Gibt es ein aktuelles Highlight bzw. was war das größte Highlight in der Labelgeschichte? 
Tatsächlich das Jahr 2020. In einem Jahr zum Vergessen haben wir eher aus Versehen so viele Platten wie noch nie veröffentlicht – u.a. das Debütalbum von CATT und das dritte Album von A Tale Of Golden Keys, um nur mal zwei zu nennen. Wir hatten so glücklicherweise die ganze Zeit etwas zu tun und konnten die krassen Folgen der Coronakrise für uns und Teile unserer Künstler*innen damit zumindest ein wenig abfedern. Wir empfinden das in diesen Zeiten als großes Privileg und deshalb passt auch der Begriff Highlight nicht so richtig. Vielmehr ist ein Jahr, das eigentlich unser Highlight schlechthin geworden wäre, zu einem „wir haben ein bisschen Schwein gehabt“-Jahr geworden. 


Nenne 3 – 5 Releases von euch die eurer Label am besten beschreiben. 
Angefangen hat alles mit dem selbstbetitelten Album von Yesterday Shop. Verändert hat sich viel mit dem ersten Album „Everything Went Down As Planned“ von A Tale Of Golden Keys und den aktuellen Zenit bildet sicherlich „Why, Why“ von CATT. Diese drei beschreiben die Labelgeschichte wohl am besten. 


Digital or physical? 
Die Liebe sagt ganz klar „physical“ (Vinyl), aber die Vernunft klopft immer wieder an und sagt „digital“ ist vielleicht nicht besser aber die Realität für die meisten Hörer*innen.


Wie stellt sich Listenrecords der aktuellen Corona-Situation und wie hat es das Label verändert? 
Wir veröffentlichen weiterhin Musik und haben beschlossen, wenn möglich keine Releases zu verschieben. Der Fokus rück noch mehr auf den Direktverkauf von Tonträgern über unseren Online-Shop und die direkte Erreichbarkeit von Hörer*innen via Radio und Streaming.


Hat die Musikkultur in der aktuellen Situation noch eine Zukunft und wie sieht eure Lösungen aus? 
Wenn mehr Miteinander, mehr Ehrlichkeit und mehr Anpacken zusammenkommen, ja. Selbstbestimmte Künstler*innen und eine diverse Landschaft unabhängiger Akteur*innen können da helfen. Die wiederum sollten transparent arbeiten und ihr Wissen miteinander teilen. Eine altmodische Form der Konkurrenz belebt das Geschäft hier nicht mehr, sondern verhindert nur gemeinsame Konzepte wie Menschen auch heute noch für Musik außerhalb der Major-Maschine (Ausnahmen bestätigen die Regel) begeistert werden können. 


Eure Wünsche für die Zukunft…
1. Mehr Geld der Streamingdienste für die Künstler*innen und eine fairere Verteilung der Erlöse.
2. Eine konstant bleibende Zahl von Hörer*innen, die sich für physische Tonträger begeistern lassen.
3. Ein vielfältigeres Radioprogramm, das sich nicht nur an Charts und Major-Labeln orientiert.4. Ein digitales Urheberrecht, das den Künstler*innen auch in Zukunft ihren Teil vom Kuchen sichert.



Link: https://www.listenrecords-shop.com