BEHIND THE MUSIC: Backseat PR

Das neue Jahr beginnt leider genauso bescheide wie das alte geändert hat.
Das betrifft unser aller Alltag. Aber leider bleibt der Kulturbereich hier u.a.
besonders betroffen. Deshalb führen wir gerne unsere Reihe „BEHIND THE
MUSIC“ weiter. Mit dieser Reihe möchten wir gerne helfen die Musiklandschaft in diesen (besonders für die Kultur) schweren und komischen Zeiten zu supporten.

Beginnen wollen wir 2021 mit der Hamburger Agentur BACKSEAT.


Stellt euch und eure Agentur bitte einmal vor.
Wir, Sebastian Król & Arne Thamer, haben Backseat im Jahr 2017 gegründet, sind nun also circa drei Jahre am Start. Wir machen PR, Marketing und sind auch als Label aktiv, hauptsächlich im Indie/Pop/Folk Segment. Zudem machen wir das Musik-Booking für das tolle NORDEN Festival in Schleswig.


Wieviel Leute arbeiten für die Agentur?
Bisher sind wir gut gefahren, die Struktur sehr schlank zu halten. Wir sind also noch immer nur zu zweit im Büro. Für 2021 würden wir allerdings gerne eine/n Praktikant/in dazu holen. Bewerbungen werden ab sofort entgegengenommen 😉


Was war damals der Grund warum Backseat gegründet wurde?
Wir hatten viele Jahre bei popup-records zusammengearbeitet und irgendwann war es an der Zeit für etwas Neues, ein Wagnis. Das sind wir mit Backseat eingegangen, worüber wir im Nachhinein sehr froh sind! Die Selbstständigkeit bringt diverse Freiheiten mit sich, im alltäglichen Ablauf wie auch in der inhaltlichen Gestaltung der Firma.


Wie würdet ihr den Charakter / Style eurer Agentur beschreiben?
Wir arbeiten in großer Nähe mit den Bands, Labels und Agenturen und wir versuchen, ungewohnte Wege in der PR und dem Marketing zu gehen. So haben wir von Beginn an an Konzepten gearbeitet, wie man die KünstlerInnen auch abseits ihrer Musik-Veröffentlichungen erfahrbar und näher bringen kann. Einen Überblick über die bisherigen Kampagnen gibt es hier: http://backseat-pr.de/out-of-the-box .


Gibt es ein aktuelles Highlight bzw. was war das größte Highlight in der Agenturgeschichte?
Zu Weihnachten 2018 feierten wir eine große 1-Jahres-Geburtstagsparty mit unseren Lieblingsbands, KollegInnen und FreundInnen. Dazu luden wir Bands ein, in unserem Bürokomplex live aufzutreten, die Nachbarn öffneten ihre Türen und beteiligten sich kreativ. Als i-Tüpfelchen veröffentlichten wir an dem Tag eine Vinyl-Compilation mit allen Label-Künstlern des ersten Jahres: „Music for the Backseat“. Der befreundete Fotograf Ralph Baiker machte spezielle Backseat/Rücksitz-Porträts aller Bands, die im Booklet der Vinyl-Gatefold abgebildet sind. Das war ein rundum toller Abschluss des ersten Geschäftsjahres!


Nenne 3 Releases von euch die eure Agentur am besten beschreiben.

BRTHR – “High Times For Loners”

Die neue Platte von der Stuttgarter Band BRTHR, die wir schon lange begleiten. Ein absolutes Highlight in 2020 und so schade, dass sie ihre Release-Tournee absagen/verschieben mussten. Die Zusammenarbeit mit BRTHR beschreibt unsere Agentur insofern gut, alsdass die persönliche Nähe und die Leidenschaft für ihre Musik im absoluten Vordergrund steht und die Basis für das professionelle Arbeiten bildet.


Native – “The Night Is Still Young”

Die Arbeit mit Native steht für unsere Flexibilität. Wir drängen die Acts nicht dazu, bestimmte Richtungen einzuschlagen. Native geht ganz eigene Wege, die den üblichen Marktmechanismen & Marketing-Empfehlungen vielleicht nicht immer entsprechen. Uns ist es aber wichtig, diese Freiheiten einzugestehen, damit der künstlerische Ausdruck im Vordergrund stehen darf.


Ane Brun – “After The Great Storm”

Hier ein Beispiel für reine PR-Arbeit im Gegensatz zu den oben genannten Label-Veröffentlichungen. Wir lieben Ane Brun und waren sehr stolz, ihre neuen Alben in Deutschland promoten zu dürfen.


Digital or physical?
Beides toll! Vinyl ist ohne Frage das schönste Format, um die Musik am besten wertzuschätzen.


Wie stellt sich Backseat der aktuellen Corona-Situation und wie hat es die Agentur verändert?
Wir sind bis dato glücklicherweise nicht allzu sehr betroffen. Die meisten Bands werden weiter ihre Musik veröffentlichen und vermarkten wollen. Förderprogramme haben derweil dabei geholfen, dass die Budgets nicht signifikant geschrumpft sind. Wir drücken die Daumen, dass sich das in den folgenden Monaten nicht groß ändern wird.


Hat die Musikkultur in der aktuellen Situation noch eine Zukunft und wie sehen eure Lösungen aus?
Auf jeden Fall! Wir sind Optimisten und glauben daran, dass die Menschen Musik immer brauchen werden. Die Wege der Verbreitung werden sich immer ändern, durch eine Pandemie oder anderweitig. Drum muss die Branche immer flexibel und kreativ sein, um sich ständig anzupassen. In der aktuellen Situation wird es aber natürlich enorm wichtig sein, dass die kulturelle Infrastruktur des Landes aufgefangen wird. Sobald wieder möglich, werden Bands bereit sein, live zu spielen. Doch die passenden (also auch die kleinen und finanzschwachen) Clubs, TontechnikerInnen, usw. usf. müssen dafür noch existieren.


Eure Wünsche für die Zukunft…
Wir hoffen, die vielen Bands, deren Menschen dahinter und deren Musik wir so sehr schätzen, auch weiterhin mit unserer Arbeit unterstützen zu können. Dabei, ihre Träume zu verfolgen und ihnen einen Sinn und Rechtfertigung zu liefern, Musik und Kunst zu machen.


Wenn ihr mehr über die Künstler bei BACKSTAGE erfahren möchtet, besucht doch einmal die Seite http://backseat-pr.de/artists .